Grubenunglück und Rettung 1963

Am 24.10.1963  ereignete sich in Lengede ein tragisches Grubenunglück. Durch einen Wassereinbruch wurden 50 Bergleute in Stollen
(60 bzw. 100 Meter unter der Erdoberfläche) eingeschlossen.
Durch Rettungsbohrungen  konnten drei Männer in Barbecke und elf in Lengede später gerettet werden.
Die ganze Welt nahm Anteil an der dramatischen Rettungsaktion. Sogar der damalige Bundeskanzler, Dr. Erhard, kam nach Lengede.

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Im Folgenden informieren wir über:

Das Grubenunglück 1963

Das Wunder von Lengede

Einsatz bei den Such- und Rettungsbohrern

Die Berichterstattung
 
 
 
 
 


Das Grubenunglück 1963

Vor 39 Jahren rückte Lengede weltweit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit:

Am 24. Oktober 1963 brach der Klärteich 12 der Eisenerzgrube Lengede-Broistedt ein. Rund eine halbe Million Kubikmeter Schlammwasser drang in die Grube ein und überflutete die Stollen zwischen den 100- und 60- Meter-Sohlen. 128 Bergleute und ein Monteur befanden sich zu jener Zeit unter Tage.
In den ersten Stunden nach dem Unglück konnten sich 79 von ihnen über Wetterbohrlöcher und Schächte in Sicherheit bringen. Für die übrigen 50 schien es keine Hoffnung mehr zu geben, bis 23 Stunden nach dem Unglück dann doch noch sieben Bergleute geborgen werden konnten.

In einer der größten und spektakulärsten Rettungsaktionen in der Geschichte des Bergbaus weltweit wurde daraufhin weiter fieberhaft nach Überlebenden gesucht. Drei von ihnen konnten dann am ersten November aus einer Lufttasche geborgen werden. Weitere zwei Tage später gelang es Bergungsteams, Kontakt mit elf eingeschlossenen aufzunehmen. Das zum Teil bereits abtransportiere Bergungsgerät wurde umgehend zurückgeordert, und es wurde mit neuen Bohrungen begonnen. Am 7. November schließlich konnten die elf Bergleute aus dem dunklen Grab befreit werden, in das sie 336 Stunden eingeschlossen waren.
Für 29 ihrer Kumpels gab es keine Rettung.
 
 

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Das Wunder von Lengede

Nach der Rettung von drei Bergleuten am 2. November wurde das technische Gerät abgebaut und alle Rettungsarbeiten eingestellt. Ein Hauer vermutete allerdings, dass in den sogenannten "Alten Männern" noch Überlebende sein könnten. Niemand glaubte daran. Trotzdem sollte eine weitere Suchbohrung durchgeführt werden. Da es keine Aufzeichnungen über die Abbruch-Stollen gab, konnte die Lage nur ungefähr ermittelt werden. Dummerweise lag der Bohrpunkt zwischen zwei Eisenbahngleisen. Also bohrte man zwei Meter davon entfernt. Das war der Anfang des "Wunders". Am 3. November um 4 Uhr früh wurde die Bohrung 10 niedergebracht - ganz in der Nähe des Klärteiches 12. Zufällig verlief diese Bohrung schräg statt senkrecht. Damit setzte sich das "Wunder" fort:
Nur deshalb traf man in 58 Meter Tiefe auf die kleine Höhle, in der die elf Eingeschlossenen überlebt hatten. Sie machten sich durch Klopfzeichen bemerkbar.
Das ganze Bohrwerkzeug wurde zurückbeordert um die Bergungsbohrung durchführen zu können.

Als endlich der Kontakt zu den Männern stand, wurden die Namen verlesen. Ob von den elf Überlebenden überhaupt noch einer logisch denken konnte, war nach zehn Tagen fraglich. Es wurde Essen und Trinken durch ein kleines Bohrgestänge (58 mm Durchmesser) zu den Überlebenden geschickt.
Am elften Tag um 3 Uhr wurde mit der Rettungsbohrung (622 mm) begonnen.

Am 14. Tag nach dem Unglück erfolgte um 6.04 Uhr der Durchschlag. Es wurde eine Sprechverbindung hergestellt und mit dem Einstieg konnte begonnen werden. Zuerst wurde ein Retter mit der Dahlbuschbombe runtergeschickt, der den Eingeschlossenen beim Einsteigen in diese Rettungsbombe half. Als die Überlebenden oben angekommen waren, wurden sie von Sanitätern medizinisch versorgt.
Am 7. November um 14.20 Uhr war die Rettung beendet.
 

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                                    Die Dahlbuschbombe                                                          Drei gerettete Bergleute
 
 

Einsatz bei den Such- und Rettungsbohrern
 
 


Tätigkeit Firmen Personen
Bohrungen (8 Bohranlagen) 6 163
Bohrlochzentrierungen 1 8
Gestellungen von 5 Spezial- Autokränen 2 16
Bohrlochvermessungen, Fernsehuntersuchungen, Spezialbohrwerkzeuge 5 23
Errichtung eines stationären Schraubenverdichters  1 10
Druckschlussengestellung und Durchführung der Druckentschleusung 4 10
Spezialdruckwerkzeuge, Beratung und Gestellung 6 12
Schlamm- und Wasserfahrzeuge, Sprechfunkverbindung, Transportfahrzeuge, Strom- und Wasserversorgung 9 88
Insgesamt beteiligt: 34 330


 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 

Die Berichterstattung

Die Berichterstattung übernahm der NDR (Norddeutscher Rundfunk).
Er berichtete über aktuelle Geschehnisse am Unglücksort und strahlte sie in die ganze Welt aus. Dadurch wurde Lengede zum Mittelpunkt der Welt.
Insgesamt waren 460 Rundfunk- und Fernsehmitarbeiter am Unglücksort beschäftigt.
Der Sender stellte auch die Mikrofone zur Verfügung, die später in die Stollen und Bohrlöcher geführt wurden, um mit den Eingeschlossenen reden zu können.

 

 

 

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