Ab 1885 konnten die Wendeburger einmal am Tag mit dem Pferdefuhrwerk ihres Kaufmanns Taeger nach Braunschweig fahren, ab 1893 sogar mit der zwölfsitzigen Postkutsche des Fuhrunternehmers Wegener.

1904 hielt dann mit dem Büssing-Bus die neuzeitliche Technik Einzug. Der "schnelle" Bus konnte mehrere Dörfer anfahren und 20 Fahrgäste mitnehmen.Auf dem Dach war sogar noch Platz für Gepäck.





Heinrich Büssing wollte ein Fahrzeug für diejenigen bauen, die bisher zu Fuß gehen mussten. Omnibus heißt auf deutsch "Für alle". Der Bus wurde von den Menschen gut angenommen. Manche waren aber auch skeptisch. Der Dichter Wilhelm Raabe, ein guter alter Freund Büssings, verkündete, dass er "mit dem Wackelpott" nicht mitfahren wolle.

Feier zum 85jährigen Bestehen der Buslinie 1989



Am Tag der ersten planmäßigen Fahrt 1904

 

Auch in späteren Jahren wurde
der erste Bus gern für die
Büssing-Reklame verwendet

 


Der Bus stand nachts in einer Scheune in Zweidorf und fuhr am Morgen von Wendeburg über Wendezelle, Bortfeld, Völkenrode, Watenbüttel und Ölper nach Braunschweig. Nach drei Hin- und Rückfahrten täglich ging es abends wieder zurück in die Scheune. Gewartet wurde der Bus in Büssings Fabrik in Braunschweig, weil Büssing die Linie selbst betrieb.

 

Der Fahrplan wurde mit äußerster Pünktlichkeit eingehalten und brachte Büssing einen guten Ruf ein. Dadurch konnte er bald weitere Linien bis in den Harz hinein betreiben.

Wer heute noch die Stelle sehen möchte, an der der Bus in Wendeburg abfuhr, muss nur nach der evangelischen Kirche Ausschau halten. Ganz in der Nähe steht ein Gedenkstein, das "Kraftpost-Denkmal", den die Firma MAN 1986 errichten ließ. Eine Metalltafel enthält ein Relief des Busses und die Inschrift:

Zur Erinnerung an Heinrich Büssing,
der hier ab 1904 die erste erfolgreiche
Kraftpost-Omnibuslinie der Welt,
Wendeburg - Braunschweig,
betrieb