Ein Projekt (Klasse 6) der Aueschule Wendeburg für den Geschichts@tlas Niedersachsen




Heinrich Büssing

Die Menschen in den drei kleinen Dörfern Wendeburg, Wendezelle und Zweidorf in der Nähe von Braunschweig erlebten zu Beginn des letzten Jahrhunderts etwas, von dem sie damals nicht ahnen konnten, dass es ihnen einen Platz im Buch der Geschichte sichern sollte. Und das war mehr oder weniger Zufall...
Ihr Pastor, Otto Hayder, hatte einen Freund, Heinrich Büssing, der 1903 in Braunschweig eine Fabrik für Lastkraftwagen gegründet hatte. Nun wollte Büssing auch einen Bus bauen. Pastor Hayder überredete seinen Freund, den Bus zwischen Wendeburg und Braunschweig verkehren zu lassen, weil er wusste, wie mühsam es für die Wendeburger war, die 15 km entfernte herzogliche Residenzstadt zu erreichen. Das ging nämlich damals nur zu Fuß oder mit dem Pferdefuhrwerk.


Büssing stimmte zu und so wurde 1904 eine Buslinie mit drei Hin- und Rückfahrten am Tag eröffnet. Weil der Bus immer sehr pünktlich war, wurde auch die Reichspost aufmerksam und schloss mit Büssing einen Vertrag über die regelmäßige Postbeförderung, für die auch ein Postkasten in den Bus eingebaut wurde. Damit war die erste regelmäßige Kraftpost-Omnibuslinie der Welt geboren! Die Buslinie gibt es heute noch. Der Bus wurde im ersten Weltkrieg vom Militär beschlagnahmt und an der Westfront zerstört.


1989 wurde ein Nachbau angefertigt. Die Firma MAN, die 1972 die Büssingwerke übernahm, ließ ihn in München bauen. Zum 85jährigen Jubiläum befuhr er dann noch einmal die alte Strecke. Er steht jetzt in Salzgitter bei MAN und nimmt auch heute noch an historischen Umzügen teil.
Für Heinrich Büssing begann mit dieser Buslinie der steile Aufstieg seines Unternehmens, für die Wendeburger bedeutet es, dass dieses geschichtliche Ereignis immer mit dem Namen ihres Ortes verbunden sein wird.


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