Die Bismarcksäule auf der Maschwiese

                                                                                              

Die Masch war im Kaiserreich ein beliebter Treffpunkt für nationalistische Großveranstaltungen. Am 18. Oktober 1903, dem 90. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, wohnten Studenten im Wichs, Hannoveraner im Sonntagsstaat und viel städtische Prominenz der Grundsteinlegung der „Bismarcksäule“ bei.

1905 begannen die patriotischen Feiern und Kundgebungen, als deren Mittelpunkt die Bismarcksäule von der Studentenschaft errichtet worden war. Wie schon bei der Einweihung loderten auch an diesem 21. Juni 1905 die Flammen als Zeichen der Einheit des von Bismarck geschaffenen Reiches. Es folgten einige weitere Feiern ähnlicher Art, bis diese Veranstaltungen mit dem Ende des Kaiserreiches aufhörten.

Erst Jahre später spielte die Bismarcksäule bei der nationalsozialistischen Bücherverbrennung sogenannter marxistischer und jüdischer Literatur im Frühjahr 1933 eine unrühmliche Rolle. Ein Scheiterhaufen wurde dort aufgeschichtet, in Lastwagen mit der Aufschrift „Der deutsche Student kämpft gegen Schund und Schmutz“ wurden Bücher herangefahren und unter Jubel ins Feuer geworfen.

Die letzte große nationalistische Veranstaltung auf den Maschwiesen um die Bismarcksäule fand am 24. September 1933 statt. Zu der Kundgebung des „Stahlhelm-Bundes der Frontsoldaten“ kamen 25.000 Stahlhelm- und Wehrstahlhelmführer und 5.000 Fahnenträger zusammen.

Im Zuge des Maschseebaus wurde im Mai 1935 die Bismarcksäule abgerissen.