Spuren des Bergbaus in Lengede
Noch heute finden sich in Lengede Spuren des Bergbaus und des Grubenunglücks. Wir haben vor Ort recherchiert und folgendes zusammengetragen:
Der Seilbahnberg oder Lengeder Berg
Die beim Bergbau abgetragene Abraumerde verfüllte man zunächst in die bereits ausgebeuteten Teile des Grubenfeldes. Weil die Abraummenge immer größer wurde, begann man 1917 damit den Seilbahnberg aufzuschütten. Er ist aus dem Abraum des 2. Tagebaus Mathilde von 1917 bis 1927 entstanden. Er wurde in Hängeförderung mit Seilbahn und Kipploren aufgefahren.Deshalb heißt er Seilbahnberg. Der Berg ist 72 m hoch. Seine Länge beträgt 375 m und seine Breite 250 m. Das umgebende Land liegt 85 m über dem Meeresspiegel (ü. d. M.) oder über Normalnull (N.N.), so dass der Berg eine Höhe von 157 m über N.N. hat. Zusammen mit den ehemaligen Klärteichen bildet der Seilbahnberg heute ein Erholungsgebiet.

In Woltwiesche gibt es die Dahlbuschstraße.
Im Hauptort Lengede erinnern zahlreiche Straßennamen an den ehemaligen Bergbau:

Einige Lengeder Vereine hängen auch mit der Grube zusammen, z.B. der Bergmannsverein Lengede und der ASV Lengede (Angelsportverein, der in den Lengeder Teichen angelt).
Die Gemeinde Lengede
gibt eine monatliche Zeitung heraus, die kostenlos an alle Haushalte
Wir haben eine Befragung in Lengede zum Grubenunglück von 1963 durchgeführt.
Hier unsere Fragen und ausgewählte Antworten der Passanten:
Antworten:
Person 1:
- Hier geboren 1947
- Ja, habe ich
- Ja, trotz meines jungem Alters
- Ja, das letzte Mal vor 3 Jahren
- Ich finde das sehr gut, weil die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten soll
- Ich war zu jung als dass es eine große Bedeutung für mich haben könnte
Person 2:
- Ich bin vor 8 Jahren aus der Türkei hergezogen
- Ja habe nebenbei davon gehört
- Nein
- Nein
- Ist mir egal
- Es bedeutet mir nichts
Person 3:
- Ich bin seit dem Mauerfall hier wohnhaft
- Ja, ich habe durch die Nachrichten davon erfahren
- Nein, habe ich nicht
- Nein, wo ist die?
- Das ist mir relativ egal
- Das Grubenunglück hat keine große Bedeutung für mich
Person 4:
- Ich bin hier 1979 geboren
- Nur von Erzählungen
- Nein, zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht geboren
- Ja
- Das finde ich sehr sinnvoll und gut
- Es hat keine große Bedeutung für mich
Im September 2002 waren wir (die Klasse 10b der Realschule Lengede) auf Klassenfahrt in Köln. Als wir eines Morgens mit der S-Bahn
in die Kölner Innenstadt gefahren sind, habe ich mich zufällig neben eine ältere Dame gesetzt. Wir kamen langsam ins Gespräch.
Zum Beispiel fragte sie mich, woher wir kämen. Als ich dann unseren Schulort "Lengede" nannte, sagte diese ältere Dame gleich
"Ach, da war doch damals das schwere Grubenunglück!"
Während wir uns noch weiter unterhielten, wurde mir bewusst,dass damals auch weit entfernt lebende Menschen über das Grubenunglück informiert
waren und mit den Verschütteten mitfühlten.
Gern hätte ich mich noch weiter mit dieser netten Dame unterhalten, aber leider waren wir an unserem Ziel angekommen und mussten aussteigen.
Ich konnte mich gerade noch von ihr verabschieden.
Dieses Treffen zeigt, dass auch heute noch das Lengeder Grubenunglück nachwirkt.
Stephan R.
Im ehemaligen Bergbau-Gelände erinnert eine Gedenkstätte an das Grubenunglück von 1963 und 1968. Dort stehen die Namen
der Toten (29 Bergleute 1963 und 12 Bergleute 1968) sowie eine Schilderung der Katastrophe. Als letzter Satz ist eingemeißelt:
" Gott gebe ihnen Frieden!"
Diese Gedenkstätte wurde von namhaften Künstlern errichtet. Sie soll ausdrücken, dass der Mensch nicht immer Herr der Technik ist.


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