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| Erntedank | Bauern | Festplatz Bückeberg | Planung & Umbau | Hameln | Propaganda | ||||||||||||||||||||||
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" (...) der Bauer (war) 1939 ebenso wie 1933 das Lieblingskind des offiziellen Deutschland." (D. Schoenbaum) Ihm, seiner Familie, seinem Stand, seiner Arbeit wird ein Fest gewidmet; am Tage dieses Festes auf dem Bückeberg können sich die Menschen aus dem ländlichen Raum in den Mittelpunkt von Aufmerksamkeit, Interesse und Zuwendung gerückt fühlen. Berichte und Bilder, Plakate und Filme, die die weiteren Feste auf dem Bückeberg vorbereiten, tragen das von den Ideologen |
gewünschte Bild in das Reich und vervielfältigen den Eindruck der Wertschätzung für die bis dahin von wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen tatsächlich schwer unter Druck gesetzten Menschen auf dem Lande. Walter
Darré, der "Reichsminister für Landwirtschaft"
und "Reichsbauernführer", umschmeichelte die Bauern als
"treue Hüter unersetzlich wertvoller Güter der Nation",
als ihr "Blutquell". Im Gegenzug verlangte er jedoch von ihnen
höchste Anstrengungen, um "unser Brot aus eigener Scholle"
zu erwirtschaften. Er persönlich und sein Ministerium hatten erstaunlicherweise
mit der Gestaltung des Bückebergfestes nichts zu tun. |
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Die nationalsozialistische Landwirtschaftspolitik ruhte auf drei Säulen: Erstens der totalen Beherrschung der Märkte und Preise, zweitens der Stabilisierung von Landbesitz durch das "Reichserbhofgesetz" und Kredithilfen für verschuldete Bauern und drittens auf einem Raumplanungsschema, das durch Neusiedlung die Bevölkerung neu verteilen sollte. Man könnte meinen, dass sich vor allem die erste Säule positiv ausgewirkt hat, dass feste Preise zusammen mit der Ausschaltung der ausländischen Konkurrenz im Rahmen der Autarkiepolitik eine Besserung der Lage, vor allem der Einkommen bewirkt haben müsste. In der Tat steigen die Einkommen der Bauern von 4.2 Mio. Reichsmark (1933) bis auf 5,6 Mio. RM (1937). Die relativen Zahlen zeigen jedoch ein anderes Bild: Der Einkommensanteil der Bauern am Sozialprodukt sinkt von 8,7 % (1933) auf 8,3 % (1937); der Anstieg von Löhnen und Gehältern beträgt 49 %, der von Gewinnen in Handel und Industrie gar 88 %, das Einkommen |
der Bauern jedoch nur um 33 %. Ebenfalls im Zuge
der Autarkiepolitik
wird nach einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion verlangt.
Da diese nicht durch eine Erhöhung der Produktivität z.B. durch
Maschineneinsatz erreicht werden kann, ist es der erhöhte Einsatz
von Arbeitskräften, der die "Erzeugungsschlacht" (W.
Darré) gewinnen helfen soll. Aber auch die Industrie, und hier
besonders die Rüstungsindustrie, zieht Arbeitskräfte an, so
muss die Mehrarbeit von den Bauern und ihren Familienangehörigen
geleistet werden. Daher bekamen die Bauernfamilien als Gegenleistung für
ihre schwerere und längere Arbeit lediglich die Sicherheit vor Enteignung. |
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