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Einführung Grundlagen Ablauf eines Festes
 
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Entscheidung für den Bückeberg

Warum man sich im Propagandaministerium für den Bückeberg bei Hameln als Festplatz entschied, kann aus den schriftlichen Quellen nur unzureichend entnommen werden. Offenbar spielten praktische Gründe die vorrangige Rolle bei der Entscheidung für den Bückeberg:

Der Bückeberg selbst schien für eine so große Massenveranstaltung wie sie dem Propagandaminister Joseph Goebbels vorschwebte aufgrund des breiten und leicht abfallenden Nordhanges sehr geeignet. Des Weiteren war dieses Gelände weitgehend im Besitz des preußischen Staates und somit leicht verfügbar. In Anbetracht der Tatsache, dass Goebbels aus diesem fest eine Massenkundgebung zu formen suchte waren die günstigen Bahnverbindungen im Hamelner Umland sowie die zahlreichen Bahnhöfe in der Umgebung das wohl ausschlaggebende Argument für den Bückeberg, da ein Grossteil der Menschen mit der Reichsbahn anreisen würde.

Der Öffentlichkeit wurde die Auswahl des Platzes vielmehr unter ideologischen Aspekten präsentiert: Der Bückeberg bot dies geradezu an, denn in Niedersachsen sahen die National-

 

sozialisten das Kerngebiet des Bauerntums und die Weser wurde als von der Quelle bis zur Mündung deutscher Fluss gepriesen. Leopold Gutterer, der den Platz Goebbels vorgeschlagen hatte, sprach von "ureigenstem deutschen Boden" und Äckern, die "von den Kämpfen der deutschen Stämme um den deutschen Boden mit Blut getränkt" worden wären. Ebenso habe in der Nähe die Varusschlacht stattgefunden, in der die Germanen die Römer ruhmreich besiegten. An dieser Stelle wird somit auch der Rückgriff in die germanische Mythologie deutlich, die ein Element der NS- Ideologie war.

In der folgenden Zeit wurden diese Gründe immer weiter verfolgt und ausgeschmückt, was den Blick auf das Wesentliche jedoch nicht trüben sollte, denn in Wirklichkeit sind die Andeutungen von schicksalsträchtigen Orten der germanischen und deutschen Geschichte nachträgliche und vor allem ideologisch wirksame Begründungen, gefunden, als die Wahl aus infrastrukturellen und anderem praktischen Gründen längst auf den Bückeberg nach obengefallen war.

 
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