Projekt
Einführung Grundlagen Ablauf eines Festes
 
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Festvorbereitungen in Hameln
Die Stadt Hameln möchte das Fest nutzen, bekannter zu werden, Touristen anzuziehen, als "Nürnberg des Nordens" zu gelten. Das war nur durch besondere Anstrengungen seitens der Verwaltung und der Parteiun-tergliederungen zu erreichen.

Die Stadt Hameln richtet ein ständiges Dezernat zur Bearbeitung aller Fragen ein, die mit dem Bückeberg zusammenhängen. Von privater Seite wird eine "Heimatgemeinschaft Bückeberg e.V." zur "Bündelung von Kulturaufgaben" gegründet. Dazu wird 1936 ein "Haus der Heimatkunst" eingerichtet. Es befindet sich in einem Haus, in dem der jüdische Bürger Karl Bernstein ein Manufakturwarengeschäft betrieben hat (Bernstein wird 1939 aus Hameln vertrieben und 1942 deportiert.)

Die Untergliederungen der Partei steuern die Begeisterung durch detaillierte Anweisungen, wo und wie Häuser und Straßen zu schmücken sind. In einer Anweisung von Oberbürgermeister

 

und Kreisleiter von 1934 heißt es:

"Zum Empfang muß ein nie dagewesener Schmuck die Häuser der Straßen der Stadt zieren. Es steht nunmehr bestimmt fest, daß der Führer auf seiner Fahrt zum Bückeberge folgende Straßen der Stadt berühren wird (...) Hamelenser, seid Euch dieser Ehre bewußt. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß nunmehr jedes Haus mit Girlanden und Kränzen, mit Hakenkreuzfahnen und Hoheitsabzeichen geschmückt wird. Bringe ein jeder seine Verehrung zum Führer dadurch zum Ausdruck, daß er mit dazu beiträgt, seinem Haus einem unübertrefflichen Schmuck zu geben. Wir erwarten, dass sich niemand ausschließt. Hameln muß am Sonntag einen Festschmuck aufweisen, der bislang in keiner Stadt erreicht worden ist. Wir Niedersachsen wissen, was wir unserem Führer schuldig sind."

Die Stadt Hameln half nach Kräften, indem sie große Mengen frisch geschnittenes Tannengrün unentgeltlich zur Verfügung stellte. Wir haben uns allerdings gefragt, ob diese straffen Anweisungen nicht auch von der Besorgnis diktiert sind, die Anstrengungen der Bürger könnten nicht ganz so sichtbar werden, wie die Parteileitung sich das vorgestellt hat.nach oben

Auch hier gibt es die Kehrseite

Der Organisator in Berlin, Dr. Gutterer, verlangt von der Stadt, während des Festes jüdischen Geschäftsinhabern das Öffnen ihrer Geschäfte zu verbieten. Dazu verstand sich der Oberbürgermeister dann wegen rechtlicher Bedenken doch nicht; allerdings halten die meisten jüdischen Geschäftsleute ihre Geschäfte von sich aus geschlossen.

Hinter all den hehren Worten, den organisierten Bemühungen

  der Stadt, sich unter den besonderen Stätten und "Städten der Bewegung" hervorzutun, verbergen sich auch materielle Interessen. Das sieht man an einem dem oben schon genannten Dr. Gutterer gegenüber genannten Wunsch der Stadt Hameln, die Züge der Festbesucher früher ankommen und später abfahren zu lassen, um Übernachtungsgäste in Hameln zu binden und der Gastronomie und Hotellerie Einkünfte zu nach obenverschaffen.
 
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