|
|
|
|
Die
Feierstunde in Stegen: 24. Mai 1995
Am 24. Mai 1995 fand im Kolleg St. Sebastian in Stegen in festlichem Rahmen
eine Feierstunde statt. Bei dieser Feierstunde wurde Pater Dr. Heinrich
Middendorf in den Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen.
Angereist waren dazu der Gesandte der Israelischen Botschaft in Bonn,
Avraham Benjamin, sowie die Referentin für Yad-Vaschem-Angelegenheiten,
Gisela Kuck. In der musikalisch umrahmten Feierstunde begrüßte P. Rektor
August Hülsmann SCJ eine große Anzahl Gäste. Nach der Begrüßung gab P. Dr.
Bernd Bothe SCJ in einem Dia-Vortrag einen Überblick über seine Forschungen
der letzten Jahre. Pater Dr. Heinrich Middendorf hatte viele Hilfesuchende
im Kloster Stegen aufgenommen. Viele seiner Schützlinge waren jüdischer
Herkunft: Lotte Paepcke und ihr Sohn Peter, Irmgard Giessler und ihre
Tochter Ursula, Gerhard Zacharias, die Geschwister Dieter und Eva
Bachenheimer sowie die Geschwister Helga und Heinz-Kasimir Karmiol. Nach der
Würdigung übergab Avraham Benjamin die Ehrenurkunde und die Medaille, die
Pater Bothe stellvertretend für die Herz-Jesu-Priester von Stegen und für
das Kolleg St. Sebastian entgegennahm. Dabei las der israelische Gesandte
für die Gäste den in hebräisch und englisch verfassten Text der Urkunde
sowie die Beschreibung der Medaille in deutscher Übersetzung vor.
Nach der Übergabe der Medaille sprach derjenige, der sich vor allem für die
Ehrung Pater Middendorfs eingesetzt hatte, Dr. Peter Paepcke. Er appellierte
mit bewegenden und überzeugenden Worten an die Jugend, sich der
Ungeheuerlichkeit des Holocaust bewusst zu werden und in ihrem Leben alles
zu tun, damit ein solches Ereignis nie wieder Wirklichkeit werde.
Am Ende der Feier bedankte sich der Schulleiter des Kollegs,
Oberstudiendirektor Eberhard Breckel bei dem Staate Israel und den
Verantwortlichen von Yad Vaschem, die durch die Auszeichnung von Pater
Middendorf alle mahnen und erinnern, seinem Beispiel zu folgen.
|