"Gerechter unter den Völkern" 1994
Stegen 1995
Yad Vashem 1995
Handrup 1996
Aschendorf 1997
Gedenkfeiern 1998
Stegen 1999
Stegen 2004
   


Seniorenwohnanlage Pater Middendorf in Stegen, eingeweiht am 10. 6. 1999.
Bürgermeister Siegfried Kuster vor der Gedenkwand, die an Pater Middendorf erinnert.


Stegen 1999
 

In der Zeitschrift „Aschendorfer Realschulkurier“, die von der Heinrich-Middendorf-Realschule Aschendorf einmal im Jahr herausgegeben wird, erschien im Jahre 1999 ein von Paul Thoben verfasster Bericht über die Einweihung der „Seniorenwohnanlage Pater Middendorf“, der hier wörtlich wiedergegeben wird:

„Die Gemeinde Stegen in der Nähe von Freiburg, nördlich der Bundesstraße 31 im Dreisamtal gelegen, konnte am 10. Juni dieses Jahres einen großen Festtag begehen. Nach etwa zweijähriger Bauzeit wurde mitten im Ortskern eine zehn Millionen Mark teure Seniorenwohnanlage eingeweiht, die vom Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald betrieben wird.

Der Rat der 4200-Seelen-Gemeinde hatte schon frühzeitig beschlossen, das Haus nach dem aus Aschendorf stammenden Pater Dr. Heinrich Middendorf SCJ zu benennen. Pater Middendorf, 1898 als Sohn des Auktionators und späteren Aschendorfer Gemeindevorstehers Heinrich Middendorf geboren, wurde im Jahre 1938 Rektor des Stegener Ordenshauses der Herz-Jesu-Priester. Hier gewährte er in den letzten Kriegsjahren neun Menschen jüdischer Herkunft Unterschlupf und bewahrte sie so vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Er starb im Jahre 1972 in Osnabrück und wurde auf dem Friedhof des Klosters Handrup, das ebenfalls zum Herz-Jesu-Orden gehört, bestattet. Für seine mutige  Tat wurde er 22 Jahre nach seinem Tod von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet. 1996 wurde auf seinem Grab in Handrup eine neue Grabplatte enthüllt, ein Jahr später wurde die Aschendorfer Realschule anläßlich des hundertjährigen Jubiläums nach ihm benannt

Eine Delegation aus Aschendorf nahm an der Einweihung des Hauses, die am 10. Juni im Gemeinschaftsraum der neuen Anlage stattfand, teil. Realschulrektorin Marita Niehoff überbrachte die Grüße des Aschendorfer Kollegiums und überreichte dem Stegener Bürgermeister Siegfried Kuster, der im vergangenen Jahr mit einer Abordnung aus seiner Gemeinde Aschendorf und Papenburg besucht hatte, ein Geschenk von Bürgermeister Ulrich Nehe.

Die Gebäude des neuen Seniorenheimes sind zweigeschossig in U-Form angelegt. In der Mitte zwischen den beiden Gebäudeteilen befinden sich die Gemeinschaftsräume. In Haus A sind 22 Mietwohnungen und in Haus B ebensoviele Eigentumswohnungen untergebracht. In den Festreden wurde der Gebäudekomplex als ein "Stück bester sozialer Infrastruktur" und als ein "Schmuckstück für die Gemeinde" bezeichnet. Eine 60-qm-Eigentumswohnung kostet wegen der hohen Grundstücks- und Baupreise im Süden Deutschlands etwa 300.000 DM.“