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Wilhelm Mensching

 

Wilhelm Mensching wurde am 5. Oktober 1887 in Lauenhagen/Schaumburg-Lippe geboren. Am 20. März 1906 legte er in Bückeburg sein Abitur ab und studierte dann in Berlin, Halle, Göttingen und Hamburg. Nach Abschluss seines zweiten theologischen Examens ging Wilhelm Mensching als Missionar der evangelischen Kirche nach Afrika. 1912 übernahm er eine Bethel-Station in der Kolonie "Deutsch-Ostafrika". 1913 heiratete er Anna Tielking. Wilhelm Mensching, der sich sehr für die unterdrückten Afrikaner einsetzte, wurde 1916 durch belgische Soldaten verhaftet und blieb mit seiner Frau bis 1920 zunächst in afrikanischer und dann in indischer Gefangenschaft. Im September 1920 wurde Mensching aus der Gefangenschaft entlassen.

Das Kennenlernen der Gandhi-Bewegung und dessen gewaltfreie Methoden prägten sein ganzes Leben.

In Petzen bei Bückeburg trat Wilhelm Mensching 1920 eine Pfarrstelle an und blieb hier 32 Jahre. 1932 wurde er Präsident und Sekretär im Internationalen Versöhnungsbund, dem er 10 Jahre zuvor beigetreten war. Sein Auslandspass wurde eingezogen, seine Post und seine Predigten überwacht; dennoch ließ er sich nicht unterkriegen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten lehnte er die Gelöbnisformel mit dem Hitlergruß ab und brachte auch in seinen Predigten seine Meinung deutlich zum Ausdruck. Im Krieg versteckte Pastor Mensching fast ein Jahr lang eine junge jüdische Frau aus Berlin in seinem Pfarrhaus in Petzen und kurz vor Kriegsende auch noch einen entlaufenen russischen Kriegsgefangenen.

Nach dem Krieg stand dann sein großes Lebenswerk unmittelbar bevor: der Aufbau einer Friedensschule in Deutschland. 1948 wurde der Verein Freundschaftsheim Bückeburg gegründet. Das Freundschaftsheim entwickelte sich schnell zu einer Begegnungsstätte von Menschen aus aller Welt.

Zusammen mit dem französischen Pfarrer Trocmé wurde Pastor Mensching 1950 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, doch die Ehrung blieb aus. 1962 verlieh die Karl-Marx-Universität in Jena Pastor Mensching den theologischen Doktortitel. Am 25. August 1964 verstarb Wilhelm Mensching in Stadthagen im 77. Lebensjahr.

Mit Datum vom 16. Mai 2001 wurde Wilhelm Mensching auf Antrag der Herderschule Bückeburg posthum von Yad Vashem mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. In Lauenhagen, dem Geburtsort von Pastor Mensching, soll demnächst eine Dauerausstellung eingerichtet werden.

 

Links zu Wilhelm Mensching:

http://www.bautz.de/bbkl/m/mensching.shtml
http://www.ekd.de/schaumburg/aktuell/Mensching.htm