Was geschah in den Emslandlagern?

Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b der Grundschule Friedrichsfehn stellen Fragen zur Gedenkstätte Esterwegen und zu den Emslandlagern





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Gedenkstätte Esterwegen
Die Gedenkstätte Esterwegen ist Ausgangspunkt unseres Projektes "Was geschah in den Emslandlagern?".

Wessen gedenkt man hier? Nachdem die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b Fotos von dem Gräberfeld, dem Mahnmal, den Grabstelen und der Gedenkhalle angeschaut hatten, kamen viele Fragen und Vermutungen.

Aus diesem Grunde wollen wir die Gedenkstätte Esterwegen näher darstellen.
Gedenkfriedhof Esterwegen


Gedenkfriedhof Esterwegen Der Friedhof Esterwegen ist von der Fläche her gesehen der größte aller Lagerfriedhöfe der Emslandlager.

Er ist leicht über die B 401 zu erreichen, im Gegensatz zu den anderen Friedhöfen, die zum Teil abgelegen und schwer auffindbar sind.

Die Gedenkstätte Esterwegen wird von vielen Menschen besucht.

Informationen zur Gedenkstätte, Bedeutung der Grabstelen, zum Mahnmal erfährt man nicht.


Wenn man den Friedhof betritt, blickt man auf eine Informationstafel über den Friedhof Bockhorst/Esterwegen. Geht man den Weg weiter, gelangt man auf einen freien Platz, bevor man das Gräberfeld betritt. Am linken Rand des Platzes liegt ein großer Findling, auf dem eine Gedenktafel angebracht ist.

Die Gewerkschaftsjugend im DGB hat diesen Gedenkstein im Jahre 1963 gestiftet. Er erinnert an Carl von Ossietzky, der von Februar 1934 bis Mai 1936 im KZ Esterwegen inhaftiert war.
Gedenkstein für Carl von Ossietzky


Dieses Mahnmal erinnert an die Widerstandskämpfer, die 1943/44 im Lager Esterwegen als Nacht- und Nebelgefangene inhaftiert waren. Seit Herbst 2004 befindet sich auf der selben Seite des Platzes ein neues Mahnmal.

Es ist ein Granitblock, über dem ein aufgerissenes Stahlbetongitter gestülpt ist.

Dieses Mahnmal erinnert an die Widerstandskämpfer, die 1943/44 im Lager Esterwegen als "Nacht- und Nebelgefangene" inhaftiert waren.


Blickt man nach vorn, schaut man über das langgestreckte Gräberfeld.

Auf den Gräberreihen stehen unregelmäßig verteilte Steinstelen.

Die Stelen sind unbeschriftet und im oberen Drittel von beiden Seiten eingekerbt.

Sie sollen an Menschen erinnern.
Stelen


Mahnmal auf dem Gedenkfriedhof Esterwegen In der Mitte des Friedhofes steht linkerhand ein Mahnmal.

Drei leicht gebogene, unterschiedlich hohe Stelen sollen von Qualen gebeugte, aber dennoch aufrechte Häftlinge darstellen.

Auch diese Stelen sind oben beidseitig eingekerbt.

Dieses Mahnmal wurde von dem Osnabrücker Bildhauer Hans-Gerd Ruwe entworfen.


Gegenüber dem Mahnmal steht eine Gedenkhalle.

Die niedersächsische Landesregierung ließ diese Halle 1981 errichten.

In der offenen Halle stehen 8 Säulen, auf denen die Namen der Emslandlager aufgeführt sind.

Auf einer großen Bronzetafel ist die Geschichte des Friedhofs aufgeschrieben.
Gedenkhalle

Der Friedhof Esterwegen wurde als Begräbnisstätte für die Verstorbenen der Konzentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum im Jahre 1933 angelegt.

In der Gedenkhalle ist auf einer großen Bronzetafel die Geschichte des Friedhofs aufgeschrieben.

Gedenkstätte Esterwegen Nachdem die Konzentrationslager in Strafgefangenenlager umgewandelt worden waren, wurden auch die Toten der Strafgefangenenlager Aschendorfermoor, Brual-Rhede, Walchum und Oberlangen auf dem Friedhof Esterwegen beerdigt.

Auch die in Esterwegen und Börgermoor gestorbenen und die in Lingen hingerichteten Nacht- und Nebelgefangenen wurden hier beerdigt.


In den Jahren 1947/48 wurden die Nacht- und Nebelgefangenen exhumiert und in ihre Heimatländer überführt.

Ursprünglich standen Holzkreuze auf den Gräbern. In den 50er Jahren verfiel der Friedhof immer mehr.

Doch die Proteste der ehemaligen Häftlinge und die Errichtung des Gedenksteins durch die Gewerkschaftsjugend 1963 ließen den Friedhof Esterwegen nicht in Vergessenheit geraten.
Ursprünglich standen Holzkreuze auf den Gräbern.

Man begann, den Friedhof umzugestalten. 1973 waren die Arbeiten abgeschlossen. Seitdem besteht die Gedenkstätte Esterwegen in ihrer jetzigen Form.


Gedenkstätte B 401
(ein Gedicht von Kai Engelke, Schriftsteller, Maler und Lehrer aus dem Emsland)
Betrittst du - Außenstehender -
diesen Ort' dann flüstern die Birken
dir das Grauen ins Ohr

Sie sind noch alle hier und ihr Schweigen
- seit vierzig Jahren - kommt wie ein
Stöhnen dir vor

Dann stehst du - Nachgeborner -
zwischen den Überlebenden/ die manchmal
zweifeln ob es gut war zu bleiben

Singst mit ihnen das alte Lied/ aus dem
Zirkus Konzentrazzioni
schämst dich für deine Zeit

Denn/ es denken die von gestern schon wieder
an morgen/ überschütten zynisch den Tod
der Schweigenden mit braunem Hohn

So lass dir immer wieder - Außenstehender -
von den Birken erzählen wie es damals war
immer wieder und immer wieder

damit du niemanden und nichts vergisst
und jene vielleicht ein wenig
wenigstens ein wenig/ vergessen können

Tränen alleine sind nicht genug
Mitleid kann auch Verachtung sein
nur Worte allein genügen nicht

(für die Moorsolddaten und für meine Kinder)

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors Kai Engelke)