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Worpswede Info  Wahlergebnisse & Interpretation

Worpswede


Worpswede war schon Anfang der 1930er Jahre mit seinerzeit 922 Einwohnern ein so genanntes Künstlerdorf mit vielen intellektuellen und geistig interessierten Menschen. Hauptinteresse der Bürger und Bürgerinnen war es, Worpswede auch für Menschen von außerhalb zugänglich zu machen. Sie präsentierten ihr Dorf vorwiegend von der künstlerischen Seite. Reichlich ein Viertel der Bevölkerung lebte allerdings von der Landwirtschaft, und Ende 1932 war fast ein Viertel der Einwohner auf öffentliche Wohlfahrtsunterstützung angewiesen, kann also keineswegs wohlhabend gewesen sein.
Bis 1924 war die Deutschhannoversche Partei (DHP) in Worpswede die stärkste Partei. Die DHP galt als eine Partei, die sich eher der gehobenen Gesellschaft zuwandte. Dazu gehörten unter anderem Geistliche, größere Bauern und Pächter, höhere Beamte, der selbständige Mittelstand und der welfische Adel. Daneben wechselten sich 1919 und 1920 die eher linksliberale DDP und die eher rechtsliberale DVP in der Gunst der Worpsweder Wähler ab. Ab Mai 1924 gewann die rechtskonservative DNVP zunehmend an Wählerstimmen und war ab Juli 1932 die drittstärkste Partei nach der NSDAP und SPD. Die NSDAP verzwölffachte bei dieser Wahl ihre Wählerstimmen gegenüber der Reichstagswahl vom September 1930. Zum Anstieg der NSDAP führte u.a. die sich seit 1929 verschärfende Wirtschaftskrise. Die Bauern, unsicher durch das fehlende Konzept der DHP hinsichtlich ihrer schon länger wackeligen Lage, wandten sich der NSDAP zu. Auch ein erheblicher Teil der ehemals liberal wählenden bürgerlichen Wähler scheint nunmehr nationalsozialistisch gewählt zu haben. Insbesondere junge Menschen liefen von den bürgerlichen Parteien zur NSDAP über oder wählten sie überhaupt erstmals. Grund dafür war wahrscheinlich das scheinbar größere Interesse der NSDAP an den Jugendlichen, welches an einem weit gefächerten Angebot an Freizeitaktivitäten festgemacht wurde.
Die Sozialdemokratische Partei erzielte zwar bis zum Juli 1932 zwar stabile Wahlergebnisse, aber im Vergleich zu anderen Gemeinden fiel ihre Anhängerschaft nur gering ins Gewicht. Dem allgemeinen Trend entsprechend gewann die KPD vor allem ab 1932 Stimmen hinzu, im November 1932 sichtlich auf Kosten der SPD.





Meike Gusowski, Charlotte L. Lihl und Dorothee Ringen